Die Filiale des Sanitätshauses Göldner in Pfarrkirchen wurde grundlegend modernisiert. Auf 400 m' entstand ein flexibles, technisch modernes Raumkonzept, das Arbeitsabläufe optimiert, die Patientenversorgung verbessert und gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre schafft. Die neu gestaltete Filiale zeigt, dass moderne Technik und prozessorientierte Raumkonzepte erfolgreich zusammenwirken.
Die Filiale des Sanitätshauses Göldner lieg im Rottpark in Pfarrkirchen, im Erdgeschoss eines Ärztehauses mit rund 50 Parkplätzen direkt vor dem Gebäude. Während die Arztpraxen nach und nach renoviert wurden, entwickelte sich das kleine Dienstleistungszentrum zu einem Anziehungspunkt für Besucher. Die Filiale des Sanitäthauses selbst wies ungenutzte Flä-chen, einen wenig einladenden Eingang, geringe Sichtbarkeit nach außen sowie problematische Raumtemperaturen auf – im Sommer zu heiß, im Winter zu kühl. Diese Faktoren führten Geschäftsführer Richard Göldner zur Entscheidung, das Haus umfassend umzubauen.
Zielsetzung des Umbaus
Unter dem Leitgedanke „Was wir machen, soll Ihnen das Leben erleichtern“ wurde ein Umbau konzipiert, der vor allem die Erlebnisqualität für Patienten erhöht. Die Anforderungen des Geschäftsführers Richard Göldner und seiner Belegschaft flossen dabei in das neue Raumkonzept ein, das den veränderten Betriebsstrukturen mit neuen Arbeitsabläufen, administrativen Prozessen und Patientenanforderungen gerecht wird.
Umbaukonzept und Bauphasen
In zwei Bauabschnitten wurde die 400 qm große Filiale entkernt und neu strukturiert. Das neue Grundrisskonzept ermöglicht nun:
- Mehr Transparenz und flexible Verkaufsflächen,
- effizientere Logistik und Lagerkapazitäten,
- zusätzliche Kabinen für die Patientenversorgung,
- neue Positionierung der Kassentresen und Integration eines Backoffices.
Ein separater Mitarbeiterraum wurde eingerichtet, und der Eingang zum Arztehaus dient nun gleichwertig als Haupteingang, wodurch der Kundenfluss erhöht wird.
Raumgestaltung & Materialeinsatz
Materialwahl und Raumgestaltung schaffen eine angenehme Atmosphäre für Patienten und Mitarbeiter. Ein textiler Bodenbelag erzeugt ein homogenes Verkaufsfeld und unterstützt die Schallabsorption. Neu eingestellte Gipskartonwände mit schalldämmender Mineralwolle und lärmgeschützte Türen sind besonders in Versorgungssituationen relevant.
Das Warenträgersystem aus dekorbeschichteten Rückwänden und linearen Metallelementen bietet flexible Präsentationsmöglichkeiten. Es wird bereits im Haupthaus in Eggenfelden verwendet, sodass die Bestückung kontinuierlich austauschbar ist. Ein deckengehängtes Displaysystem im Schaufenster gewährt Einblicke vom Parkplatz, lässt sich flexibel anpassen und reduziert die Umbaukomplexität, da Beleuchtung und Warenträger ein System nutzen. Die schwebende Warenpräsentation hält den Boden frei, schafft Ruhe und lenkt gezielt den Blick der Kunden.
Großformatige Naturmotive an den Kabinenwänden ergänzen die nachhaltige Gestaltung. Einholzoptischer Bodenbelag in den Kabinen, einsetzbar für ein Recyclingprogramm, schont Ressourcen, reduziert CO2-Emissionen und unterstreicht die umweltbewusste Ausrichtung der Filiale.
Technische Ausstattung
Moderne Technik bildet das Rückgrat des umgebauten Sanitätshauses. CO2-freundliche Klimaanlagen, neue Daten- und Elektrokabel sowie LED-Beleuchtung schaffen die Grundlage für innovative digitale Prozesse. Die Klimageräte sorgen ganzjährig für eine gleichmäßige Temperaturverteilung auf der Verkaufsfläche und in den Kabinen. Die leistungsstarke Elektroverteilung ermöglicht das gleichzeitige Einspielen unterschiedlicher Inhalte auf Bildschirmen. Inseln und Raumnischen bieten schnellen digitalen Zugriff auf Informationen, was die Beratungsqualität erhöht. Ein zentrales technisches Element ist die energieeffizient ausgestattete Werkstatt: Der abgetrennte Raum verhindert Geräuschbelastung nach außen und ermöglicht die unmittelbare Anpassung von Hilfsmitteln für Patienten.
Hybride Raumkonzepte
Eine der zentralen Fragen beim innovativen Raumkonzept war die Nutzung der Fläche nach Geschäftsschluss: Kann sie weiterhin sinnvoll eingesetzt werden? Die Antwort lautet: Ja. Die neue Fläche des Sanitätshauses Göldner kann für Schulungen und Seminare genutzt werden. Innerhalb weniger Minuten lässt sich die Fläche umgestalten und zum Veranstaltungsraum umwandeln. Der variable Mittelraum eröffnet dabei neue Perspektiven.
Gleichzeitig ermöglicht das Konzept ein schnelles Agieren im Bereich Produktpräsentation: Visual Merchandising schafft direkten Kontakt vom „Auge des Kunden“ zur Ware. Beratungssituationen für die Mitarbeiter vereinfachen sich, und schon beim Warten wird beim Kunden Neugier auf die Produkte geweckt. Transparenz steigert nachweislich den Umsatz.
Somit leistet die neue Filiale Göldner in Pfarrkirchen einen wesentlichen Anteil zum weiteren Wachstum des Unternehmens: mehr Qualität für Kunde und Mitarbeiter im neuen übersichtlicheren Wohlfühlambiente.
Über die Autorin
Elke Park ist Innenarchitektin mit über 25 Jahren Erfahrung in den Bereichen Gesundheit und Retail.
Sie studierte Innenarchitektur, Architektur und Bauingenieurwesen. In ihrem Architekturbüro Parkraum mit Firmensitz in Stuttgart entwickelt sie mit ihrem Team komplette Architektur-Konzepte für die Gesundheitsbranche, von der Entwurfsphase bis zur Objektüberwachung.




